Höchstleistungen aus Italien seit 1927

 

Es war einmal vor langer Zeit in einem fernen Land ein junger Mann mit seinen beiden Brüdern... was sich nach Märchen anhört ist in diesem Fall der Begin einer der ältesten noch in Familienbesitz befindlichen Rennradmanufakturen Italiens.

Und die heißt - es könnte kaum schöner sein - Milani Cycles Factory mit Sitz in Gallarate, ganz in der Nähe von Mailand. Heute führt Celeste Milani die Geschäfte, ganz in der Tradition seins Vaters Natale, der das Unternehmen 1927 ebendort gegründet hat.

Zu jener Zeit durchaus üblich: Entweder man war in einem Profi-Team unterwegs, wie beispielsweise Giuseppe Milani, der für Bianchi fuhr, oder baute eben seine Räder selbst. So wie Natale. Wenn man darin dann besonders gut war, so wie Natale, erhielt man Auftragsarbeiten von anderen Radrennfahrern.

Kein Zufall und kein Einzelfall, wie die Historie eines anderen klangvollen italienischen Rahmenbauers zeigt, zu dem es noch eine weitere bemerkenswerte Parallele gibt: Cino und Natale fuhren zusammen für das Team Viscontea. Und Cino war mit seinem 1948 gegründeten Unternehmen ebenso stilprägend. Immerhin, es gibt kaum einen Enthusiasten, der Cinelli nicht kennt. Das ist auch heute noch so. Doch zurück zur Familie Milani.

Bevor nun also Celeste Milani und seine Frau Paola Di Domenico - in Italien wird der Mädchenname auch nach einer Hochzeit beibehalten - in 2007 das Ruder, man möchte fast sagen den Rennlenker, in die Hand nehmen, entwickelt Natale seine Rahmen über einen Schaffenszeitraum von 70 Jahren zur Perfektion. So kommt das erste Rennrad aus Aluminium aus seiner Fabrik, die kleinsten Details werden stetig verbessert und so gehören Profis wie Amateure zum geschätzten Klientel. So manches Rad wird unter falschem Namen gebaut.

Auch heute noch steht Milani unverändert für vollendetes Handwerk aus Italien. Jedes Rad wird tatsächlich in Italien gebaut. Mehr noch: Es wird auch in Italien designet, konstruiert und getestet. In vielen Bereichen vertraut der international erfahrene Manager Celeste hier auf externe Experten, beispielsweise aus der Luftfahrt.
Womit sich der Kreis auch hier schließt: Denn schließlich musste Natale seinen Dienst bei der Aeronautica Militare Italiana leisten, während des Zweiten Weltkriegs als Flugzeugingenieur.

"Da stehen Millionen an der Strecke, schreien dich den Berg hoch, egal ob du vorne bist oder hinten. Die Zuschauer haben so viel Passion in den Gesichtern, solche Begeisterung habe ich noch nie erlebt."
JÖRG LUDEWIG, Radprofi 1997 bis 2007



zu den Rädern von Milani

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